Die Müll-Diät

Der Titel müsste eigentlich heißen: Die Alles-außer-Müll-Diät. Denn bei der Kohlsuppen-Diät wird nicht alles außer Kohlsuppe gegessen, sondern ausschließlich diese Suppe. Aber ich gehe davon aus, dass die wenigsten im ersten Moment das Bild eines bis zum Rand gefüllten Teller Mülls vor sich sehen.

Nein, ich meinte: alles, außer Müll. Ich muss wirklich nicht abnehmen, achte aber auf meine Ernährung. Nicht immer, aber ich bin mir immerhin dessen bewußt, falls ich es nicht tue.

Wenn ich einkaufen gehe, kaufe ich für eine ganze Familie ein. Gerne gehe ich zum Discounter, um ein wenig mehr für weniger Geld nach Hause zu bringen. Doch ist mehr wirklich mehr?

Das Problem Müll, vornehmlich Plastikmüll – ob Mikro- oder Makroplastik – ist schon seit längerer Zeit ein Top-Thema und hierzulande in aller Munde. Doch wie werden wir dem Herr? Man schiebt die Verantwortung hin und her, von der Industrie zur Privatperson und wieder zurück. Es ist ein wenig wie die Frage, was zuerst da war: das Küken oder das Ei. Kam erst das Angebot und dann die Nachfrage, kam erst der Salat in Cellophan und daraufhin der Wunsch danach, oder umgekehrt? Jetzt müssen wir dringend wieder umdenken und den Wunsch haben, den Salat ohne Verpackung zu kaufen. Doch wie bekommen wir den Wunsch in unsere Köpfe zurück?

So kam ich auf die Müll-Diät. Das System ist sehr einfach. Du gehst im Supermarkt einkaufen und in Deinem Einkaufswagen landen nur Dinge ohne Verpackung oder mit maximal einer Lage Verpackung. Vereinzelt gibt es loses Gemüse und Obst. Plastikschalen sind nicht erlaubt, ebenso wenig Kekse im Karton mit zusätzlicher Plastikeinlage. Milch und Joghurt gibt es im Mehrwegglas, Säfte aus Mehrweg-Plastikflaschen sind nicht erlaubt. Wurst und Käse, Fleisch und Fisch kommen vom Metzger oder von der Frischetheke. Die Papiertüten kann man wieder verwerten, der Plastikanteil ist minimal im Vergleich zu den eingeschweißten Produkten. …

Ziel ist es, am Ende der Woche möglichst wenig Müll im gelben Sack zu haben und zusätzlich die Restmülltonne zu schonen. Biomüll ist ausdrücklich erlaubt.

Ziehen wir nun Bilanz ist die Ausbeute im Einkaufswagen gering und verhältnismäßig teuer. Doch einen großen Vorteil hat es: je weniger Plastik wir konsumieren, desto weniger Kalorien landen bei uns und somit Gewicht auf der Waage. Ist das nicht eine Win-Win-Situation?

Mir ist beim Einkaufen aufgefallen, dass je mehr Müll das Produkt umgibt, desto billiger ist es. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Produkt selbst billig ist, billig produziert wird oder einfach minderwertig ist. Warum also dafür mein hart verdientes Geld ausgeben? Ich tue weder mir noch der Umwelt einen Gefallen damit.

Mit der Müll-Diät werden keine Kalorien gezählt, sondern lediglich der Einkaufswagen in eine „gesunde“ Richtung gelenkt. Das Bewusstsein für den verpackten Inhalt wird geweckt und man hinterfragt: brauche ich die Kekse wirklich, oder freut sich am Ende nur der gelbe Sack?

Es gibt Schokolade, die ausschließlich nur in Papier gewickelt ist. Das ist meist die hochwertige Schokolade mit hohem Kakaoanteil oder eine besondere vom Chocolatier. Je hochwertiger das Produkt ist, desto eher ist der Mensch satt und zufrieden. Mehr Zucker macht mehr Lust auf Süßes, schlechtes Essen macht nicht satt. Fastfood von McDonalds & Co. ist eine Schande für die Natur. Ich gebe zu, ein Burger mit frittierten Kartoffeln schmeckt ausgezeichnet. Und weil ich kein Ernährungsberater bin, will ich mich hier auch nicht gegen etwas Leckeres stellen. Aber ein Fazit kann ich aus all dem ziehen: je weniger Verpackung an dem Produkt ist, desto frischer und hochwertiger ist es.

So packe ich das Thema Plastik bei unserer Eitelkeit, dem Wunsch nach der schlanken Linie und unserem Streben nach gesunder Ernährung. Weniger ist mehr!

Vielleicht möchtet ihr mich unterstützen und wenigstens einen Einkauf lang das Spiel mitspielen und Diät halten. Teilt meinen Beitrag und ermutigt unsere Industrie, weniger zu verpacken. Oder geht mal wieder zum Gemüseladen um die Ecke oder zum Hofladen und kauft regionale Waren und Produkte der Saison. Es wird sicher teurer, aber das Fitnessstudio und die Fettabsaugung sind auch nicht umsonst und wir sollten es uns wert sein.

Alles – außer Müll!

Eure Isi

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