La Bayadère – gestern in der Bayerischen Staatsoper

Wow! Was für eine Kostümexplosion!

Aber kurz zum Stück: die Bayadère ist eine Tempeltänzerin. Sie heißt Nikija. Der Krieger Solor und Nikija haben sich ewige Liebe geschworen. Doch der mächtige Radscha möchte seine Tochter Gamzatti mit Solor vermählen.

Der Brahmane (eine Art Priester) ist ebenfalls in Nikija verliebt, doch sie weist seine Liebe zurück. Da er von ihrer Liebe zu Solor weiß, treibt er aus Rache die Verlobung zwischen Gamzatti und Solor voran. Zu allem Überfluss soll Nikija bei dem Verlobungsfest tanzen. Als Dank erhält sie einen Blumenkorb. Doch darin ist eine giftige Schlange versteckt. Nikija wird gebissen und stirbt.

Gamzattis Rivalin scheint aus dem Rennen. Doch Solors Liebe zu Nikija bleibt über ihren Tod hinaus bestehen. Vor mit Opium betäubter Trauer folgt er seiner Liebe ins Reich der Schatten.

Der Zorn der Götter schließlich untergräbt die mit Gewalt vollzogene Hochzeit und vereint unter dem Geröllwerk des Tempels endlich mit ihrem Tod die Liebe.

 

Ich bin noch ganz gefesselt von La Bayadère.

Meinen bescheidenen Platz auf der Galerie in der 4. und letzten Reihe auf Stehplatz 44 habe ich mit meinem Feldstecher auf das Preisniveau im Parkett angehoben. Sieht ein wenig überdimensioniert aus – ich wurde wieder auf meine Ausrüstung angesprochen ; ) – aber es lohnt sich so ungemein. Denn die Entfernung schluckt die Details der Mimik und der Kostüme schon sehr.

Es war atemberaubend. So viele phänomenale Tänzer auf einer Bühne vereint, gekleidet in den schönsten schillernd-bunten Kostümen, begleitet von einem gigantischen Orchester und mit einem traumhaften Bühnenbild wurde ich entführt in eine andere Welt.

Das Ballett-Blanc als Szene für das Schattenreich, welches in La Bayadère zu den schönsten zählt, hat auch mich beeindruckt. Ich glaube, es waren 24 Ballerinas, die in weiß gekleidet als nicht enden wollende Schleife eine Rampe hinab schritten.

Polunin als Solor war wie zu erwarten fantastisch! Er hatte viele Fans im Publikum.

Ein paar von ihnen habe ich später an der Pforte getroffen. Sie hatten wie auch ich auf ein Autogramm gehofft. Doch Solor war wohl zu erschöpft. Eine russische ältere Dame hat mir aber eine Karte geschenkt. Das war goldig!

Es war dennoch spannend mitzuerleben, wie ein Tänzer nach dem anderen das Theater verließ. Darunter einer meiner Ballettlehrer! Naja, mein Feldstecher sieht eben doch nicht alles.

Je mehr man über ein Stück oder die Darsteller weiß, desto größer ist das Vergnügen. Aber manchmal ist es auch schön, sich einfach überraschen zu lassen.

Habt ihr eine gute Empfehlung für mich? Werde gerne hingehen.

Bis dahin,

Eure Isi

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